Die Akademie will Brechts Biographen nicht sehen John Fuegi kämpft für die Rechte Elisabeth Hauptmanns - die Anwälte arbeiten schon
John Fuegi, Komparatist in Maryland, wollte gestern dem Elisabeth-Hauptmann-Archiv der
Berliner Akademie der Künste einige Dokumente schenken.
Zur Übergabe vor ausgesuchten Pressevertetern kam es nicht - die Akademie hat abgesagt.
Sie sah sich in die PR-Kampagne für Fuegis Buch "Brecht & Co." verwickelt, die gerade in
der Europäischen Verlagsanstalt erschienene deutsche Fassung jenes Skandalbuchs, das
behauptet, Brecht habe seine Mitarbeiterinnen nicht nur sexuell, sondern auch finanziell
ausgebeutet und um geistiges wie materielles Eigentum bestohlen.
Dafür schienen sich auch Medien zu interessieren, durch deren Drohung, Reporter zu
schicken, sich die Akademie in ihrer Seriosität gefährdet sah. ("Schlimmer als
BILD!")Fuegi hält Elisabeth Hauptmann für die Hauptautorin der "Dreigroschenoper".
Der Anwalt Tim Burkert hat inzwischen den Suhrkamp Verlag und die Brecht-Erben im Namen der
Hauptmann-Erben aufgefordert, ihm Auskunft über das mit der "Dreigroschenoper" nach
1973 verdiente Geld zu geben.
Burkert arbeitet in derselben Kanzlei wie Kurt Groenewold, dem Fuegis Verlag gehört.
Er vertritt außerdem die Eisler-Erben in einem Streit mit dem Berliner Ensemble um die
Musik der Neuinszenierung von "Leben des Galilei", die am Freitag Premiere haben soll.
Auch das BE hat John Fuegi inzwischen von einer Veranstaltung wieder ausgeladen.
File borrowed from the Berliner Zeitung On-Line. My apologies. I was unable to create a viable link to the article in question.
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